"Der Arzt soll die Kraft und die Natur der Krankheit im Ursprung suchen..., denn den Rauch vom Feuer sollen wir nicht löschen, sondern allein das Feuer selbst" (Paracelsius)
Unser Gesundheitssystem scheint auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung angelangt. Klonen, Transplantationen: alles ist mittlerweile möglich. Aufwendige Untersuchungen und teure Medikamente sollen uns das Gefühl der Sicherheit geben. Aber immer mehr Menschen fühlen genau das Gegenteil: Sie sind verunsichert und fühlen sich im Krankheitsfall nicht gut aufgehoben. Die Zunahme von chronischen Krankheiten, medikamentösen Nebenwirkungen und allgemeiner Gesundheitsverfall bestätigen diese Zweifel. Die Begriffe Krankheit und Gesundheit erscheinen auf den ersten Blick klar definiert. Schließlich verwenden wir sie ja ständig. Genauer betrachtet hat doch aber jeder seine sehr eigene Auffassung vom krank- bzw. gesund sein. In der Schulmedizin ist das „Fehlen von Beschwerden und Krankheit“ gleichzusetzen mit Gesundheit. Unabhängig davon wie der Patient sich fühlt. Gibt es für den Arzt keine messbaren Symptome, gibt es auch kein Krankheitsbild und damit auch keinen Handlungsbedarf. Der Patient gilt als gesund. Doch wie oft höre ich in der Praxis folgende Sätze: “Irgendetwas stimmt mit mir nicht. Ich habe mich total durchchecken lassen und mein Arzt sagt, ich sei gesund. Aber ich fühle mich trotzdem irgendwie krank.“ Von der Weltgesundheitsorganisation wird Gesundheit definiert als „Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“. Diese Definition geht schon einmal weit über unsere schulmedizinische rein körperlich orientierte Auffassung von Gesundheit hinaus.
Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, geht hier noch einen Schritt weiter. In seinem 1820 (J) geschriebenen Organon der Heilkunst, der Bibel aller klassischen Homöopathen, spricht er das erste Mal von der ‚Lebenskraft’ des Menschen. Hiermit grenzt er sich klar von der damals herrschenden Auffassung ab, den menschlichen Körper als Mechanismus zu sehen. Er spricht von einer Lebenskraft, die den Menschen ‚verwaltet’ und leitet. Diese Lebenskraft ist nicht materieller Natur, deswegen nicht messbar oder nachweisbar im wissenschaftlichen Sinne. Aber ist sie deswegen nicht vorhanden? Für die Schulmedizin ja. Dies erklärt, warum die westliche Medizin ein so mechanistisches Bild vom Menschen hat. Bis heute behandelt sie den Menschen nicht als eine sensible Einheit von Körper, Geist und Seele. Im Gegenteil. Der Körper wird in Einzelteile zerlegt und jedes Teil wird getrennt vom anderen behandelt und wieder zusammengefügt. Danach wird der Patient als ‚geheilt’ entlassen. So anerkennt die Schulmedizin die Krankheit eines Menschen erst, wenn ein für sie greifbares körperliches Beschwerdebild vorliegt und meint einen Menschen zu heilen, indem sie die äußeren Symptome beseitigt. Diese heutige „Versorgungs- und Reparaturmedizin“ fördert die Entwicklung eigener Kraftreserven nur selten. Vielen Menschen fehlt dadurch das Vertrauen in ihre eigenen Kräfte. Sie fühlen sich Krankheiten und anderen fordernden Situationen ausgeliefert. Oft erholen sie sich nur schwer nach durchstandener Erkrankung mit medikamentöser Behandlung. Noch Wochen danach fühlen sie sich "kaputt und abgeschlagen". Woran liegt das?
Hahnemann erkannte, dass Krankheitssymptome Ausdruck einer verstimmten Lebenskraft sind. Sie sind ein genialer Versuch des Körpers, einen Ausgleich, eine Abwehr oder eine Selbstregulierung herzustellen. Wird der Organismus dieser Möglichkeiten beraubt, z.B. durch Symptom unterdrückende Medikamente, muss er seine Regulierungsmechanismen also Symptome in tiefere Schichten verlagern. Das Ergebnis dessen ist oft ein schlechterer Gesundheitszustand als vorher. Ein Beispiel für sinnvolle Eigenaktivität ist die Entwicklung von Fieber. Fieber dient dazu, das eingedrungene Fremdeiweiß in Form von Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Wird diese Abwehrreaktion des Körpers mit fiebersenkenden Medikamenten unterdrückt, können sich Bakterien und Viren ungestört vermehren und den Körper besiedeln.
Deswegen muss bei Erkrankung die Lebenskraft des Menschen gestärkt und unterstützt werden. Menschen mit gut ausgebildeten Selbstregulationskräften sind in der Lage, in schwierigen Situationen und bei Erkrankung eigene Kraftreserven zu mobilisieren und somit schnell zu ihrem eigentlichen Wohlbefinden zurückzufinden. Die Homöopathie leistet hier hervorragende Arbeit. In einer gründlichen Anamnese (Erstuntersuchung und –gespräch) wird das Beschwerdebild sowie die Krankheitsgeschichte des Patienten genau erfasst. Nun gilt es dieses Bild richtig zu lesen und zu verstehen, um das individuelle Arzneimittel für diesen Menschen auszusuchen. Denn jeder Mensch ist einzigartig und benötigt deshalb seine ganz eigene Behandlung, um zu gesunden. Die Ausgangssubstanzen für die homöopathischen Arzneien entstammen in erster Linie dem Pflanzen-, Mineral- und Tierreich, ohne chemische Nebenwirkungen.
Das Ziel einer homöopathischen Behandlung liegt also nicht nur in der Beseitigung der lästigen Symptome, vielmehr soll es dem Patienten durch die Stärkung seiner Lebenskraft selbst gelingen, seine Krankheit und deren Ausdruck aufzulösen. Dadurch ergibt sich meist neben zunehmender Beschwerdefreiheit auch ein größeres Wohlbefinden, persönliches Wachstum und mehr Freiheit im Sinne von Autonomie als "homöopathische Nebenwirkung". Durch eine stärkende homöopathische Grundbehandlung können ererbte Veranlagungen und erworbene Belastungen abgebaut werden. Je früher man die Behandlung beginnt, desto harmonischer kann die Entwicklung eines Menschen verlaufen. Doch auch in den späten Lebensjahren finden viele Menschen Erleichterung durch die Homöopathie.
Was bedeutet also Gesundheit in der Homöopathie? Der Maßstab für Gesundheit ist für den Homöopathen das Wohlbefinden des Patienten. Sich gesund oder krank fühlen, ist vielmehr ein subjektives Wahrnehmen des einzelnen Menschen, unabhängig von Definitionen oder dem Vorhandensein von Symptomen. Oft hat dieses Wohlbefinden mit seiner gesamten Lebensweise, mit allen körperlichen, geistigen und seelischen Aspekten seiner Existenz zu tun. Diese gilt es ins Gleichgewicht zu bringen, so dass der Patient in der Lage ist, seinen individuellen Lebenszielen Folge zu leisten. Auf diesem Weg mit größtmöglicher körperlicher und geistiger Freiheit zu gehen, ist das höchste Ziel der Homöopathie sowie ihre Definition von Gesundheit. [Zurück]
Homöopathie – nur eine Placebo-Medizin?
Schön wärs’, denn dann könnte sich der Homöopath die aufwendige Mittelsuche ersparen. Das jahrelange mühevolle Erlernen dieser wirkungsvollen Therapie wäre ebenfalls überflüssig. Homöopathie wirkt auch bei Kindern, Tieren und der Homöopathie gegenüber kritisch eingestellten Patienten, welche man kaum mit einem ‚Placeboeffekt’ beeindrucken kann. Auch merke ich als Homöopath ziemlich schnell, ob ich das richtige Mittel gefunden habe. Habe ich es nicht, bleibt das gewünschte Ergebnis aus. Da hilft auch aller Glaube seitens des Patienten nichts. Trotzdem werden immer wieder Studien über die Wirkungslosigkeit der Homöopathie veröffentlicht. Diese Studien sind meist voreingenommen, die Geldgeber fraglich und die dort angewandte Homöopathie wird nicht korrekt ausgeführt. Gerade die Individualisierung des Patienten, die Grundlage der angewandten Homöopathie, wird hier nicht vorgenommen. Schlechte Ergebnisse sind so vorprogrammiert. Die Homöopathie ist vielen Schulmedizinern und nicht minder der Pharmaindustrie ein Dorn im Auge. Die stetig steigende Nachfrage nach homöopathischer Behandlung sowie eine sehr positive Einstufung der Homöopathie in dem neusten Report der Weltgesundheitsorganisation WHO haben eine organisierte Negativ-Kampagne gegen die Homöopathie nach sich gezogen. Zeit gleich erschienen Artikel in mehreren Zeitungen / Zeitschriften, die die Homöopathie auf eine reine Placebo-Wirkung reduzieren. Schwerpunkt dieser Argumentationen ist immer wieder die nicht wissenschaftliche Erklärbarkeit der Wirkungsweise der homöopathischen Arzneimittel. Da in den Hochpotenzen die Ausgangssubstanzen nicht mehr nachweisbar sind, können diese angeblich auch keine Wirkung haben. Ich denke, die Naturwissenschaften sind heutzutage noch nicht auf dem Endzustand der Allwissenheit angelangt. Auch in den nächsten Jahrzehnten werden ‚unumstößliche Wahrheiten’ reformiert und ersetzt werden. Dies, so zeigt die Geschichte, war schon immer so. Ich als Homöopathin weiß, dass die Homöopathie wirkt. Immer wieder bin ich von ihren wunderbaren Heilungserfolgen fasziniert und ergriffen. Die unterschiedlichsten Krankheiten und Menschen habe ich unter homöopathischen Arzneimitteln heilen sehen. Stetig wächst meine Bewunderung für diese tiefe und zugleich sanfte Heilmethode. Und übrigens: noch nie hat mich ein Patient nach der wissenschaftlichen Wirkungsweise seiner homöopathischen Arzneimittel gefragt. Er ist einfach nur froh, dass er wieder gesund ist.
„Homöopathie ist die modernste und durchdachteste Methode, um Kranke ökonomisch und gewaltlos zu behandeln. Die Regierung muss sie in unserem Land fördern und unterstützen. Genauso wie mein Prinzip der Gewaltlosigkeit niemals scheitern wird, enttäuscht auch die Homöopathie nie.“ (Mahatma Gandhi, 1936) [Zurück]
Akute Krankheiten mit Homöopathie heilen
Lieber Leser, liebe Leserin, der Winter naht und damit auch die lästigen Erkrankungen wie Schnupfen, Husten oder grippale Infekte. Diese oft plötzlich auftretenden Symptome nennen wir in der Homöopathie akute Krankheiten. Blasenentzündungen, Hexenschuss, Magen- und Darmviren oder auch Verletzungen, dies alles sind akute Krankheiten. Akute Krankheiten sind gegenüber chronischen Erkrankungen zeitbegrenzt und sehr schnell und effektiv mit Homöopathie zu heilen. Oft dauert der Heilungsprozess nur Stunden.
Dazu ein typischer Fall aus meiner Praxis:
Frau Rose, 40J, ruft an einem Dienstag-Nachmittag an und erzählt: “Ich liege seit 3 Tagen im Bett. Mir geht es sehr schlecht. Husten, Schnupfen, Fieber usw., aber vor allem diese fürchterlichen Kopfschmerzen. Ich nehme Schmerzblocker, aber nichts hilft. Ich halte es nicht mehr aus“. Das alles erzählt sie mir unterbrochen von Weinkrämpfen. Sie ist emotional sehr angeschlagen, was ja oft der Fall ist, wenn wir uns auf der körperlichen Ebene nicht gut fühlen. Ich lasse mir die Art und Qualität der einzelnen Symptome von Frau Rose genau beschreiben und stelle ihr einige weitere Fragen, die für mich sehr wichtig sind, z.B. wie ist Ihr Trinkverhalten? Haben Sie das Fenster an ihrem Bett geöffnet? Zu welcher Tageszeit fühlen Sie sich am schlechtsten?. So eine Befragung scheint einem Homöopathie-Neuling anfangs ziemlich ungewöhnlich. Aber meine Patienten werden mit der Zeit regelrechte Profis im Beschreiben ihrer Symptome, so auch Frau Rose. Mit allen notwendigen Informationen versorgt, suche ich nun das passende homöopathische Arzneimittel für Frau Rose heraus. Einnahme gegen 16 Uhr. Um 18 Uhr erste Rückmeldung von Frau Rose: „Ich weiß nicht, ob das Mittel geholfen hat. Vielleicht geht es mir ein bisschen besser, aber ob das reicht?“ Meine Wahrnehmung ihres Zustandes ist eine ganz andere. Ihr emotionaler Zustand hat sich sehr stabilisiert. Ihre Stimme klingt fest und bestimmt. Bei genauem Nachfragen ist die Intensität der Symptome doch schon erheblich zurückgegangen. So entscheide ich mich, bei dem Mittel zu bleiben. Zweite Rückmeldung den nächsten Morgen um 9 Uhr: „ Mir geht es wunderbar. Alles ist weg. Ich bin noch etwas kaputt, überlege aber heute schon wieder zu arbeiten“. Ich bitte sie, sich noch einen Tag zu schonen, um sich noch ein wenig mehr zu stabilisieren.
Was ist hier nun genau passiert? Die ersten 3 Tage hat Frau Rose gehofft, ihr Körper werde allein mit der Krankheit fertig. Sie nahm ‚nur’ Schmerzblocker ein, da die Kopfschmerzen unerträglich für sie waren. Bei leichten akuten Erkrankungen kann der Organismus durchaus in der Lage sein, die Erkrankung allein zu beseitigen. Dazu gehören natürlich Unterstützungsmaßnahmen wie Bettruhe, leicht verdauliche Speisen, hohe Trinkmenge etc.. In Frau Roses Fall war jedoch eindeutig Behandlungsbedarf gegeben. Es ging ihr mit jedem Tag körperlich schlechter, auch war ihr emotionaler Zustand sehr angegriffen. Die Erkrankung war zu stark, eine Heilung nicht in Sicht. Das von ihr eingenommene homöopathische Mittel war das ihrem Symptombild ähnlichste Mittel. Es passte wie ein Schlüssel zum Schloss. Es hat ihre Selbstheilungskräfte aktiviert und darüber ihren Organismus bei der Überwindung der Erkrankung unterstützt. Da auf diesem Weg durch Homöopathie ‚wirkliche Heilung’ stattfindet, fühlen sich die mit Homöopathie behandelten Menschen innerhalb kürzester Zeit wieder richtig fit. Werden Symptome bei Akutkrankheiten z.B. durch Antibiotika unterdrückt, hat man meist noch lange mit den ‚Nachwehen’ der Erkrankung zu tun. Diese Menschen fühlen sich oft noch Wochen nach der Erkrankung schlapp und müde. Schlimmstenfalls tritt dazu noch eine erhöhte Infektanfälligkeit auf. Erkrankt ein Mensch des öfteren, liegt dem eine Schwächung seiner Lebenskraft zu Grunde. Im Volksmund reden wir dann von einem ‚schwachen Immunsystem’. Dies kann man wunderbar mit einer homöopathisch konstitutionellen Behandlung stärken.
Auch hierzu ein Fall aus meiner Praxis:
Lara, 7J, schleppt sich von Infekt zu Infekt. Mal ist es eine Grippe, mal ein Magen- und Darmvirus, Mundfäule und vieles mehr. Dazu ständig Herpesausbrüche und Warzen. Lara hat in ihrem kurzen Leben schon jede Menge Antibiotika- und Paracetamol-Behandlungen hinter sich gebracht. Nun kommt sie in die Schule, ihre ständigen Fehlzeiten wären ein Problem. Außerdem möchte die Mutter, einen ‚anderen Weg’ probieren. Ich freue mich über den Mut der Mutter, dass sie es wagt, für sie etwas völlig Neues auszuprobieren. Aber am meisten freue ich mich für Lara, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihr helfen kann. In der Erstanamnese lasse ich mir Laras gesamte Krankheitsgeschichte erzählen. Ich frage nach der Schwangerschaft und Geburt, nach Laras Charakter, Verhalten, Vorlieben etc.. Aber vor allem lerne ich Lara kennen. Meist sitzen die Kinder an einem kleinen Tisch in meiner Praxis und spielen, während die Mutter erzählt. Das gibt mir die Möglichkeit, sie zu beobachten, sie zwischendurch etwas zu fragen, sie evtl. ein Bild malen zu lassen usw.. Je besser ich meine kleinen Patienten kennenlerne, umso gezielter ist die Mittelauswahl. Die Erstanamnese mit Lara und ihrer Mutter dauert 1,5 Std.. Wir beginnen die Behandlung im August ´05. Über den Winter hat Lara zwei kleinere Infekte, die wir zusätzlich zu ihrem Konstitutionsmittel mit Akutmitteln behandeln. Die Warzen sind 4 Wo nach der Mitteleinnahme verschwunden, der Herpes hat sich noch einmal gezeigt. Lara hat im vergangenen Jahr weder Antibiotika, noch Paracetamol benötigt. Ihre Gesundheit hat sich sehr stabilisiert und auch ihre restliche Entwicklung ist sehr erfreulich.
Werden häufig auftretende Akutkrankheiten nicht behandelt oder medikamentös unterdrückt, besteht die Gefahr einer chronischen Erkrankung. Rheuma nach einem grippalem Infekt, Asthma nach einem unterdrückten Hautausschlag oder eine erhöhte Allergiebereitschaft sind mögliche Formen der Chronifizierung. Der Organismus wird mit jeder falsch- oder nichtbehandelten Erkrankung immer schwächer. Deswegen verlagert er die Symptomatik auf eine tiefere, ernstere Ebene, um so diese Schwäche zu kompensieren. Oft ist dies ein schleichender Prozess, der Jahre dauern kann. Die Behandlung von chronischen Krankheiten ist weitaus komplizierter und erfordert mehr Geduld. Sie setzt umfangreiche homöopathische Kenntnisse des Behandelnden voraus. Aber dann ist sie die eigentliche Domäne der Homöopathie, da hier Heilung auf tiefster Ebene der einzige Weg zur Gesundheit ist. (Hinweis nächste Ausgabe: Chronische Krankheiten mit Homöopathie heilen) Leichtere akute Krankheiten können auch von Homöopathie-Laien mit einer richtig eingesetzten Notfallapotheke rasch und wirksam behandelt werden. Jedoch sollte auch der Laie über einige Grundkenntnisse sowie gutes Nachschlagewerk verfügen. (siehe Seminare) Dabei ist es weitaus schwieriger, eine Bronchitis zu behandeln als z.B. einen Insektenstich. Seien Sie also nicht frustriert, wenn es nicht gleich klappt. Die praktische Erfahrung wird sie jedes Mal dazulernen lassen. Und glauben Sie mir, es gibt nichts Schöneres, als die ersten Heilerfolge zu verbuchen. Damit Sie ihre ersten Erfolge bald erleben können, möchte ich Ihnen nachfolgend ein sehr wichtiges und einfach anwendbares Mittel der Notfallapotheke vorstellen
Arnica montana – Arnika
Arnica ist eine Heilpflanze ersten Ranges. Im Volksmund trägt sie so unterschiedliche Namen wie Berg-Wohlverleih, Wundkraut, Kraftrose oder auch Engelsblume. Schon früh entdeckte und verehrte man ihre heilsame Wirkung, so dass sie im Mittelalter bei Gewitter unter das Dach gelegt wurde, um sich vor dem gefürchteten Blitzschlag zu schützen. Dass sie hierbei ab und zu versagte, kann man ihr wohl kaum übel nehmen! Arnika liebt die Höhe und die intensive Sonnenbestrahlung. Deswegen ist sie vor allem auf lichten Bergen in ganz Europa bis Südskandinavien zu finden. Die gute Luft und die Wärme der Sonne geben ihr ihre enorme Heilkraft. Die wissenschaftliche Medizin hat nachgewiesen, dass die Wirkstoffe der Blüten bakterienwachstumhemmend, entzündungswidrig, schmerzlindernd, desinfizierend, wundheilend und durchblutungsfördernd sind. Diese Arznei sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Als Urtinktur oder Salbe ist sie geeignet für äußerliche Anwendungen wie Waschungen, Einreibungen und Umschläge. Innerlich sollten Sie Arnica in der Potenz C 30 anwenden. 3-5 Globuli im Mund zergehen lassen. Nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen einnehmen. Als 1te Hilfe – Unfallmittel ist Arnica sehr einfach anwendbar. Es ist das Hauptmittel bei Verletzungen durch Sturz, Schlag, Stoß, Schnitt – eben bei allen kleineren oder auch größeren Unfällen mit Folgen. Es ist angezeigt bei allen Wunden, auch bei Operationen, Zahnextraktionen oder Geburten. Zerrungen, Muskelschmerzen oder –verletzungen, Verstauchungen, Verrenkungen, Prellungen brauchen Arnica. Bei Quetschungen oder Stößen verhindert die sofortige Einnahme oft blaue Flecken oder Blutergüsse. Vor allem Eltern sollten dieses Mittel immer in der Tasche haben. Sie werden begeistert sein! [Zurück]
Chronische Krankheiten mit Homöopathie heilen
Viele Menschen tragen heutzutage die Tendenz inne, in ihrem Leben chronisch zu erkranken. Hierbei kann es sich z.B. um einen ständig übersäuerten Magen, einen entzündeten Darm, um Diabetes, Herzleiden, Rheuma oder Allergien handeln. Aber auch immer wiederkehrende Infekte, ständiges Krank- und Unwohlsein, psychische Störungen wie Depressionen, Ängste und Suchterkrankungen gehören in der Homöopathie zu den chronischen Krankheiten. ‚Chronisch’ hat seinen Ursprung in dem englischen Wort ‚chronic’ und heißt sich langsam entwickelnd oder langsam verlaufend. Alle Krankheiten, die über einen längeren Zeitraum bestehen, sind somit chronisch. Das Spektrum an chronischen Krankheiten ist riesig und leider wächst die Zahl der chronisch erkrankten Menschen stetig.
Oft bringen wir eine erbliche Disposition mit in unser Leben, d.h. bestimmte Krankheiten finden sich in einer Familie generationsübergreifend gehäuft wieder. Besonders Allergien und psychische Störungen sind bekannt für ihre familiäre Häufung. Der homöopathische Therapeut betrachtet in der Anamnese mit einem chronisch kranken Patienten deshalb auch immer die Krankheitsgeschichte der direkten Familie. So kann er eventuell vererbte Schwachpunkte sofort ausmachen und in seiner Behandlung mit berücksichtigen.
Ob tief konstitutionell bedingte Schwächen zum Ausbruch kommen, hängt sehr von den Lebensumständen des betroffenen Menschen ab. Emotionale Ausgeglichenheit, eine ausgewogene Ernährung, stabile Lebensverhältnisse sind z.B. Faktoren, die die Gesundheit eines Menschen stärken. Oft sind es die schwierigen und zerrenden Lebensphasen, die Krankheit zum Ausbruch bringen.
Ist ein Mensch ‚ständig krank’, ist dies oft ein Indikator für eine gestörte Lebenskraft. Man kann an der Krankengeschichte von chronisch Kranken sehr oft beobachten, dass sie im Laufe ihres Lebens immer ernsthaftere und tiefergehende Krankheiten entwickeln. Man sollte diese ‚verschiedenen’ Krankheiten nicht getrennt voneinander betrachten. Alle diese Krankheiten sind Ausdruck ein und derselben Grunderkrankung, welche immer tiefer in den Organismus vordringt. Werden diese Erkrankungen gar nicht, nur oberflächlich oder unterdrückend behandelt, wird die Lebenskraft dieses Menschen geschwächt und damit der Weg für chronische Leiden geebnet.
Die erfolgreiche Behandlung chronisch kranker bzw. anfälliger Menschen erfordert deshalb individuelle Behandlungsstrategien, die dem Kranksein und der Lebenswelt des Kranken gerecht werden. Die komplette Krankheitsgeschichte sowie die Lebensumstände des Patienten sind hier von äußerster Wichtigkeit. Ein ganzheitlicher Therapieansatz beachtet dabei immer auch die seelischen Zusammenhänge. Mit einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung wird die ererbte oder erworbene Erkrankungstendenz deutlich verringert. Die Erkrankungshäufigkeit vermindert sich genauso wie die Gefahr der ernsthaften chronischen Erkrankung. Da die Homöopathie in der Lage ist, die Lebenskraft zu stimulieren, hat sie die Möglichkeit die Grunderkrankung zu erreichen und sie auch zu heilen. [Zurück]
Entgiften mit den Mineralsalzen nach Dr. Schüßler
Mineralsalze sind Bestandteile unserer Zellen und für ihre Funktion unentbehrlich. Sie dienen der Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge und werden deswegen auch als ‚Lebenssalze’ bezeichnet. Die 12 Mineralsalze nach Dr. Schüßler sind in allen unseren Zellen, dem Blut, der Lymphe, den Nerven, in Muskeln, Knochen, Bindegewebe, kurz, überall zu finden. Sie sorgen dafür, dass sich das Leben bewegt und wandelt, denn sie haben zuströmende und ausleitende Kräfte und sind so maßgeblich an unserem Stoffwechsel beteiligt. Sie regulieren den Säure-Basenhaushalt und haben eine großartig unterstützende Wirkung auf die Entschlackung und Entgiftung unseres Körpers. Besonders nach einem langen Winter dominiert von Weihnachtsbraten, Schokolade und Faulenzen freuen sich Körper, Geist und Seele über eine gründliche Reinigung. Kombiniert mit einer guten Ernährung aus Gemüse, Obst und Getreide ist die Wirkung der Schüßler-Salze besonders gut.
Zur Reinigung und Entschlackung
Kalium chloratum D6
5 Tabletten täglich
Natrium sulfuricum D6
5 Tabletten täglich
Calcium sulfuricum D6
5 Tabletten täglich
Sie können die 3 verschiedenen Salze gerne zusammennehmen aber verteilen Sie die Ration bitte über den Tag, so dass Sie 5x tägl. 3 Tabletten zu sich nehmen. Dies tun Sie 14 Tage lang.
Zum Aufbau von Blut und Immunsystem
Calcium phosphoricum D6
5 Tabletten täglich
Ferrum phosphoricum D12
5 Tabletten täglich
Kalium phosphoricum D6
5 Tabletten täglich
Magnesium phosphoricum D6
5 Tabletten täglich
Silicea D12
5 Tabletten täglich
Einnahme wie oben, so dass Sie 5x tägl. 5 Tabletten zu sich nehmen. Dies tun Sie mindestens 21 Tage lang. Sie können die Einnahme beliebig verlängern, wenn Sie merken, dass Ihnen die Mineralsalze gut tun. Starten Sie mit dem Aufbau erst, wenn Sie die 14 Tage der Reinigung beendet haben.
Unterstützend können sein...
Kräutertees Hohe Trinkmengen, bis zu 2,5l pro Tag, unterstützen den Abtransport der Schlacken enorm. Dabei sollte die Flüssigkeit aus Wasser oder Kräutertee bestehen. Hier 2 Teerezepte, deren Kräuter besonders wohlwollend auf uns wirken.
Mischung 1
Mischung 2
20g Brennnesselblätter
35g Pfefferminze
25g Holunderblüten
35g Stiefmütterchenkraut
25g Schlehdornblüten
20g Tausendgüldenkraut
45g Birkenblätter
15g Wermut
1 Eßl. Kräutermischung mit 0,2l heißem Wasser überbrühen, abgedeckt ca. 7Min. ziehen lassen, dann warm trinken. Dies tun Sie 2-3x täglich.
Massage für den Körper Trockenbürsten der Arme und Beine oder Kalt-Warmduschen am Morgen fördern die Durchblutung und damit auch die Entgiftung des Bindegewebes. Zur Stärkung des Bindegewebes empfiehlt sich ein Massageöl z.B. Arnikaöl von Weleda.
Vitamine Mindestens genauso lebenswichtig wie die Mineralsalze sind die Vitamine. Eine ausgewogene Ernährung deckt normalerweise unseren Vitaminbedarf. Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C während der Reinigungsphase ist allerdings von Vorteil. Dies können Sie über Ihre Ernährung erreichen (z.B. frischer Zitronensaft, Kiwis) oder über Ergänzungstabletten. Für die Aufbauphase möchte ich Ihnen Spirulina empfehlen, ein Vitamin B-Komplex.
Schüßler-Salze, Kräutertees und Vitamine bekommen Sie in der Apotheke. Naturbelassene Öle in Naturläden oder Reformhäusern. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen bei Ihrer Frühjahrskur! [Zurück]
Die Ohrakupunktur
Schon die alten Ägypter wussten, dass man über das Ohr heilen kann. Auch Hippokrates sowie viele andere Heiler der letzten Jahrhunderte hatten große Genesungserfolge über die Behandlung am Ohr. Trotzdem verlor sich die Bewegung über die Jahre. Erst vor 50 Jahren wurde die Auriculo-Therapie (lat.: auriculum = Ohr) von dem französischem Arzt Dr. Nogier entwickelt.
Nogier fand heraus, dass das Ohr einer der sensibelsten Bereiche unseres Körpers ist. Drei große Nerven durchziehen unsere Ohrmuschel, welche wiederum direkt mit dem Gehirn verbunden sind. Setze ich nun Impulse am Ohr z.B. durch feinste Nadelstiche werden diese an das Gehirn weitergeleitet und von dort gelangen sie als Informationsfluss in den Körper. Ähnlich wie bei den Reflexzonen am Fuß lassen sich Punkte oder Areale des Ohres bestimmten Organen oder Körperbereichen zuordnen. Der gesamte Körper mit seinen vielfältigen Funktionssystemen projiziert sich somit auf die Ohrmuschel. Knochen, Gelenke, Muskeln, Nerven oder innere Organe – jeder Teil des Körpers hat eine Projektionsstelle in der Ohrmuschel. Der Weg vom Ohr zum Gehirn ist extrem kurz, weshalb jede Stimulation der Ohrpunkte eine direkte Wirkung zeigt. Vor allem Schmerzen lassen sofort nach.
Doch nicht nur zur Schmerztherapie dient die Ohrakupunktur. Besonders wirksam ist sie auch bei funktionellen Erkrankungen wie Migräne oder Schwindel, bei allen Beschwerden des Bewegungsapparates, bei Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma und bei psychischen Problemen. Um psychisches Gleichgewicht zu erlangen werden z.B. Punkte wie Anti-Depression, Anti-Angst, Anti-Aggression und Punkte mit so schönen Namen wie Sonne, Jerome oder Shen Men stimuliert. Jeder Punkt hat seine ganz eigene Wirkungsweise. So aktiviert der Anti-Depressions-Punkt die körpereigenen Endorphine, der Shen Men-Punkt dagegen wirkt beruhigend, vegetativ ausgleichend, gesamtenergieregulierend und energiestärkend. Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung und Suchttherapie sind weitere Schwerpunkte der Ohrakupunktur. Hier wird in manchen Fällen eine Dauernadeln gesetzt, die für einige Tage im Ohr verbleibt.
Welche anregende und gleichzeitig entspannende Wirkung über die Ohren vermittelt wird, kann jeder selbst probieren: Ruhig hinsetzen und mit beiden Händen die Ohrmuscheln sanft massieren. Das ist spürbar bis in die Zehenspitzen! [Zurück]